LERNEN_10 [post-vision]

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Shortcuts zu einzelnen Unterthemen in diesem Text:

Gewohnheit ||| Älter werden ||| Resonanz ||| Magnet ||| Konvergenz ||| Transformabilität ||| Drei Positionen

Darüber hinaus habe ich diesen Text in vier grössere Bereiche (thematisch verbindende Ankertitel) unterteilt und hier kurz beschrieben:

01 NAVEEN_Perspektive 01 = Alles wird gut – Naveen lebt in einer Welt, in der sie ohne jede Sorge durch den Tag zu fliessen scheint. Alles fliesst ihr zu. Sie scheint unter all dem, was sie umgibt, zu schweben, und die Leichtigkeit, mit der sie mit so vielem versorgt wird, was alles und zu jeder Zeit für sie vorbereitet wird, macht ihr Leben auf eine schöne Weise fast schwerelos. Die Tage von Naveen verlaufen wie ein Pendeln zwischen Wachsein und Schlaf.
Nur in manchen, sehr seltenen Momenten wird Naveen unsicher, was sie da wirklich gesehen hat. [Lesezeit ca. 9 Minuten].

02 NOVAK_Perspektive 02 = Alles wird schlecht – Novak lebt in einer Welt, in der er immer wieder schwere Kämpfe durchleiden muss, um seinem Ziel näherzukommen. Diese Wettbewerbe fordern seine ganze Aufmerksamkeit und körperliche Kraft. Er weiss, dass es nur diese Möglichkeit in seinem Leben gibt, um dorthin aufzusteigen, wo er für sich ein besseres Leben erhofft. Er weiss auch, dass er jetzt noch dafür die Energie hat. Aber er muss sich beeilen. Novak vermisst seinen Vater nicht wirklich, doch immer dann, wenn er sich auf einen der Wettbewerbe vorbereitet, ist dieser für ihn ein Antrieb. [Lesezeit ca. 9 Minuten].

03 MIKA_Perspektive 03 = Alles wird anders – Mika lebt in einer Welt vieler Abenteuer. Lernen ist für sie so selbstverständlich wie Atmen und Schlafen. In der grossen Gemeinschaft, in der sie lebt, fühlt sie sich geborgen und sicher. Mika hat früh verstanden, dass man die Welt am besten versteht, wenn man sie aus der Mitte in alle Richtungen betrachtet.
Sie sieht und versteht die Zusammenhänge und lernt so immer einfacher. Schon in jungen Jahren hat Mika Kompetenzen und eine Art von Weltwissen für sich und ihre Gemeinschaft geschaffen, was sie stolz und glücklich macht.
Doch in stillen Momenten ist ihr nicht ganz klar, wofür all dies sein soll. Ob es nicht doch Orte gibt, an denen all ihr Wissen und Einsichten mehr Bedeutung haben würden. [Lesezeit ca. 9 Minuten]

04 Epilog – Dieser letzte Text mit dem Klammertitel [post-vision] versucht, ein Resümee zu ziehen. In diesem Epilog will ich abschliessend erläutern, was mich zu dieser langen Textstrecke bewegt hat und mit welcher Intention ich diese öffentlich anbiete. Im Grunde geht es mir um die Klärung und Erklärung einer Haltung zum Thema Lernen sowie der Beschreibung einer Verantwortung, die man damit innerhalb der persönlichen Lebensspanne übernimmt. Nicht zuletzt auch aus dem Grund, da am Ende nur die Weitergabe des Gelernten zu einem sinnvollen Leben führen kann. [Lesezeit ca. 5 Minuten]

Es gibt viele Gründe, diesen letzten Text unter der gemeinsamen Überschrift Lernen mit dem folgenden Zitat von Christian Morgenstern, 1871 – 1914, zu beginnen:

Man sieht oft etwas hundertmal, tausendmal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.

Einer der Gründe ist die Gewohnheit. Zum einen der Sicherungsanker unseres Lebens, zum anderen eine mit dem Leben fortschreitende Verengung unseres Sehens, denn wir haben irgendwann gelernt, dies wäre der Weg, über den wir am wenigsten nachdenken müssen.
Wir haben es gelernt, geprüft und irgendwann in der Schublade mit der Aufschrift Überleben abgelegt.

Und dann gibt es die Frage nach der Relevanz. Warum sollte man sich Gedanken, gar Sorgen über eine Zeit machen, die man bei vernünftiger und belegbarer Einschätzung selbst nicht mehr erlebt?
Aus einem bestimmten Blickwinkel macht das nur so lange Sinn, wie noch die eigenen Nachkommen davon einen Vorteil haben. Aber auch das hat Grenzen und das Leben führt im Verlauf der Jahre oft zu einer Art Schubumkehr der Bedeutsamkeit.

Wir kennen das mit einem Blick in die Geschichte und die Erinnerung an den Ort, an dem wir geboren wurden, den wir vielleicht mit dem Attribut Heimat beschreiben und dem wir uns verbunden fühlen (auch wenn wir längst an einem – vielleicht sehr viel entfernteren – Ort unser Leben verbringen).

Hat Geschichte eine Art Halbwertszeit moralischer Relevanz? Oder gibt es ein Recht auf Diffusion, auf ein Verblassen der Bedeutung für die Gegenwart? Ist der Nationalsozialismus, eine Zeit unbeschreiblicher Greueltaten, noch eine Verpflichtung für unser heutiges moralisches Handeln?
Oder gibt es eine historische Distanz, die dieser Verpflichtung die argumentative Basis entzieht?
Ganz so, als würde ein Holzboden langsam morsch werden, zu knacken beginnen, immer weniger Tragfähigkeit haben und irgendwann würde man diesen Raum meiden?

War das Interesse in jüngeren Jahren vor allem auf die Zukunft [2] gerichtet, so richtet sich der Blick im Verlauf des Alterswerdens auf gnädige Weise hin zu einem wohligen Sinnieren über die Vergangenheit.
Alles andere wäre auch schwerer zu ertragen, sind die Tage doch gezählt.
Bei manchen Menschen beginnt dieser Prozess, benebelt in einer Art ökonomischer Sicherungsverwahrung, sehr früh. Man wird vom Kind zum Kunden und tränkt die Erwartungen aus dieser Position. Weil man es sich leisten kann. Oder weil man dies glaubt.
Verführerisch! Und komplex.

Wenn etwas relevant ist, dann hebt es sich ab, es sticht aus dem heraus, was man ohne grössere Gefahr übersehen kann [2].
Im Umkehrschluss könnte man sagen: Das Relevante bezeichnet etwas oberhalb des Üblichen, das besonders Erprobte und Bewährte, und benötigt folglich weniger Aufmerksamkeit.
Man kann sich eine gewisse Ignoranz erlauben, da der eingeschlagene Weg bzw. Prozess nicht nur bekannt, sondern mit nahezu schlafwandlerischer Sicherheit sein Ziel erreichen wird.
Selbst wenn das neu Entstehende nicht vollständig überblickbar bzw. kontrollierbar ist.

Nahezu alles Belebte, jeder biochemische Organismus auf diesem Planeten, funktioniert so.
Unabhängig von der Fähigkeit zur Mobilität, der Komplexität oder der Position in einer [hierarchischen] Struktur bzw. Organisation. Doch selbst die Wälder sind in Bewegung. Auch wenn sich dies unserer Wahrnehmung entzieht.
Es läuft gut oder gut genug. Es gibt keine oder nur wenige Gründe für eine Änderung. Und wenn, dann kann man auf dem Bewährten aufbauen. Im Grunde das Erfolgsmodell der Evolution in diesem, besser: in unserem Teil des Universums.
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Der graduelle Druck zu einer Veränderung wird meist durch Resonanz bestimmt. Wenn etwas resoniert, dann wird es zurückgeworfen.
Mit einem kurzen Seitenblick in die Musik kennen wir Resonanzkörper als ein Instrument mit zwei Eigenschaften:
Es hat die besondere Fähigkeit, mit dem gesendeten Signal (bei einer Gitarre der Klang einer Saite) zu schwingen. Es verstärkt dieses Signal und wird damit besonders hörbar.
Idealerweise in angenehmer Weise.

Wir könnten hier viele Türen aufmachen, um den Begriff der Resonanzfähigkeit [2] durchzubuchstabieren. Ich möchte Folgendes betonen: Ohne die Wahrnehmung der Welt in einer grösseren Dimension, die über das Nächstliegende (Relevante) hinausgeht, und damit die Fähigkeit, bestimmte Veränderungen, neue Bedürfnisse, andere Herausforderungen oder auch nur subjektive Wünsche zu erkennen (resonieren), würde sich der Bestand auf ewig selbst genügen. Nichts Neues würde entstehen. Warum auch? So ist es aber nicht.
Zum Glück.

Das kann man in der Natur beobachten oder in kleinen sozialen Strukturen einer menschlichen Gemeinschaft, beginnend bei der Beziehung zwischen zwei Personen, und lässt sich leicht auf Mega- und Metastrukturen wie Unternehmen, Staaten bzw. generell Institutionen welcher Art auch immer exponieren (natürlich auch auf politische Parteien oder journalistische Medien).
Im Prinzip ist das gelernte Praxis. Oft nicht leicht, doch gewohnt.
Ich will auf etwas anderes hinaus.
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Ein Magnet [2] verliert ab einer gewissen Distanz zu dem Objekt, welches magnetisierbar ist, seine Wirkung. Wichtig dabei: Das Kraftfeld (der Magnetismus) wird von diesen Objekten erzeugt und wirkt auf das jeweils andere! Diese Wechselwirkung (Reziprozität) ist zwingend. Worauf will ich hinaus?

Wir leben in und erleben die Welt um uns herum als ein für unsere Orientierung notwendiges Faktum, als Tatsache.
Eine gewisse Unterscheidung, eine Streuung zu dem uns bekannten Mittelwert dessen, wie wir es kennen, wie es gestern noch war (Varianz), können wir akzeptieren. Mehr noch, wir empfinden dies als Inspiration, auch als Stimulation.

Doch es gibt eine individuelle und graduell einen Unterschied machende Abweichung [2] zu dem, was wir akzeptieren bzw. wir als rezipierende Wesen leisten können. Auch wenn wir es gerne wollen würden.

Diese Textreihe in zehn Teilen beginnt mit dem Titel LERNEN_1 [basics] und einem Zitat von Marie Ebner von Eschenbach:

Die Summe unserer Erkenntnisse besteht aus dem, was wir gelernt, und dem, was wir vergessen haben. 

Marie Ebner von Eschenbach, 1830 – 1916, mährisch-österreichische Schriftstellerin.

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Dieser Gedanke zum Thema Lernen klingt allzu menschlich, sehr verständlich, auch entlastend und auf eine gewisse Weise rührend.
Rührend, denn es schmiegt sich an die Hoffnung, wir könnten uns sicher darauf verlassen, irgendwie das Richtige zu behalten und alles andere zu vergessen. Aber ist das nicht sicher?

Es ist sicher ein biologisches Naturgesetz sowie eine Art [kulturelle und soziale] Konvergenz [2] [3] [4] [5] [6], dass Menschen (sollten wir besser von dem System Mensch sprechen?) immer einen Ausgleich zwischen der äusseren und der inneren Welt (Wahrnehmung) suchen, suchen müssen, da man sonst ganz einfach überdreht und droht, wahnsinnig zu werden.

Das Problem scheint zu sein [sollten wir besser sagen: könnte sein], dass dieser Punkt der Überlastung schon länger erreicht wurde, doch unbemerkt im kollektiven [Unter-] Bewusstsein schlummerte. Nun aber, mit dem Schmiermittel der Digitalität [2] den Menschen und die Menschheit als System über eine Grenze verführt hat und keine Zeit mehr bleibt, um umzudrehen.
Ist das ein Problem?

Wenn die Weltenentwicklung in Zyklen, also in Kreisläufen [2] [3] [4] [5], verläuft, dann kann sich die Menschheit entspannt zurücklehnen.
Alles ist ein einziges Kommen und Gehen, ein permanenter Wechsel des immer Gleichen. Zumindest für eine noch sehr, sehr lange Zeit.
Die Frage ist nur, ob es nicht doch zu einer Verschiebung des Sinnvollen kommt, manches sinnlos zu werden droht und sich in der Folge der Wert dessen mindestens verringert, was wir doch so gerne mit dem Begriff Lebenswert verbinden (würden).

Wir wissen es (noch) nicht.

Wir ahnen aber eine sich heranschleichende Transformation, die – je nach der mehr oder minder bewusst eingenommenen Position – unterschiedliche Zukünfte vorstellbar macht.
Das Schöne ist: Da diese Zukunft noch nicht eingetreten ist, kann man auch nichts falsch machen. Es ist noch nichts passiert und damit auch nichts, was wir in der tatsächlich [wirklich] kommenden Zukunft nicht verändern könnten.

Das ist im Kern das zentrale Plädoyer dieser Textreihe zum Thema LERNEN: die Ermunterung zum Mut zu einer Vorstellungskraft, die – wie beim Kraftfeld des Magnetismus – ihre Wirkmacht, die ein positives Kraftfeld dann entfalten kann, wenn die sicheren und gewohnten Orte so weit verlassen werden, dass der Blick sich öffnet und so klar wie möglich wird.
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Ich schließe diese Textreihe mit drei Positionen, drei radikalen Perspektiven, die keinen singulären Anspruch auf Eindeutigkeit bzw. eine ausschliessende Wahrscheinlichkeit haben.
Vielmehr glaube ich an das Potenzial der Transformabilität in Phasen von Unsicherheit und Intransparenz [2] [3].
Also der Fähigkeit der Menschheit, sich den (scheinbar) unveränderbaren neuen Realitäten proaktiv und konstruktiv [2] anzupassen. Warum soll das so schwierig sein? Ist das keine Kernkompetenz der Menschen?

Die japanische Kampftechnik Aikido ist eine schöne und leicht vorstellbare Metapher für das, was mit Transformabilität gemeint ist.
Eine grundsätzlich mit den gewohnten Routinen und Reaktionen nicht bezwingbare Kraft wird dadurch bezwungen, wie die einwirkende Energie umgelenkt wird. Die Transformation führt zu einem im Grunde und zu Beginn wenig wahrscheinlichen Nutzen für die schwächere Partei.

Es sind ja häufig die eigenen Begrenzungen und Schwächen, welche, wenn wir in der Lage sind, diese einzuschätzen und einzuordnen, zu einer sinnvollen Veränderung führen.

Wer kennt es nicht? Auch wenn wir mit einem Fahrrad ohne Licht in der Nacht durch einen Wald fahren, dann muss das Licht, welches zwischen den Bäumen in [relativ] gerader Linie auf uns und unsere Umwelt scheint, genügen, um den Weg sehen zu können und, nach einer kurzen Zeit der Gewöhnung, eine freie und besser überblickbare Fläche zu erkennen.
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Auch wenn ich meine Texte vorwiegend assoziativ und mit gedanklich weiterführenden Metaphern zu formulieren versuche, so geht es mir im Weiteren noch stärker um eine narrative [2] Schreibweise, um eine Form der Allegorie [2], also eher um eine Erzählung.

Jede Spekulation [2], jede Prognose über zeitlich noch nicht eingetretene Entwicklungen basieren auf einer möglichst umfassenden gedanklichen und methodischen Integration aller Einflussfaktoren, die eine zukünftige Entwicklung [2] beeinflussen können.

Information [2], Inspiration und Intuition sind dabei gleichrangige Geschwister [2] in einem ernsthaften Prozess der Fantasie über das Kommende, wissend, dass alles auch anders kommen könnte.
Wann die folgenden Gedankenspiele Wirklichkeit werden könnten, ist dabei nicht so wichtig.

Wichtig ist: Die digitale Codierung wird diesen Planeten auf absehbare Zeit nicht mehr verlassen. Neben den ökologischen, den ökonomischen, den kulturellen und politischen Veränderungen ist dies die forcierende Kraft in einem Prozess der Subsummierung unserer physikalischen und damit auch unserer [biologisch] sterblichen Welt.

Der – ich nenne ihn lieber – Universalinteressierte Gottfried Wilhelm Leibniz schrieb an vielen Stellen seines Werkes über die von ihm sogenannten Petites perceptiones, die kleinen Empfindungen, und formulierte dabei wie folgt:

Auf ihnen beruht dieses ›ich weiß nicht was‹, diese Geschmackswahrnehmungen, diese Bilder sinnlicher Qualitäten, welche alle in ihrem Zusammensein klar, jedoch ihren einzelnen Teilen nach verworren sind. Auf ihnen beruhen die ins Unendliche gehenden Eindrücke, die die uns umgebenden Körper auf uns machen, und somit die Verknüpfung, in der jedes Wesen mit dem übrigen Universum steht. Ja, man kann sagen, dass sich vermöge dieser kleinen Perzeptionen die Gegenwart mit der Zukunft trifft und mit der Vergangenheit erfüllt ist, dass alles miteinander zusammenstimmt…

Weiter sinnierte er: Mir kommen morgens manchmal so viele Gedanken während einer Stunde, die ich noch im Bett liege…

Naveen hat den Tag verträumt begonnen. Schläfrig und ihren Körper immer wieder streckend lag sie noch mit geschlossenen Augen und dachte an nichts Besonderes. Sie kannte und genoss diese Momente, in denen nichts Besonderes passierte und das Leben nur ein einziger Augenblick war.
Die Welt um sie herum war schon aktiver.

Was sie in dieser Nacht gelernt hatte, darüber musste sie noch nicht wirklich nachdenken. Es war einfach schön, so faul und ohne Absichten für den Tag die Augen geschlossen zu halten.

Sie musste darüber nicht nachdenken. Sie wusste, vieles passierte schon in einem Teil ihres Körpers, ihres Gehirns und ihres mehr oder weniger wachen Bewusstseins, während sie noch in den frühen Morgenstunden träumte, das zarte Licht des neuen Tages aber schon aus einer wohligen Tiefe ihrer Wahrnehmung erahnen konnte.
Sie liebte diesen Übergang zu einem neuen Tag in ihrem Leben.

In diesen endlos scheinenden Momenten war vieles so klar, so leicht und ohne Probleme, ohne besondere Hürden erreichbar. Sie hatte dann immer das Gefühl, ihr Gehirn könne so viel mehr, wäre nahezu grenzenlos, ein schwereloser Raum, in dem die Welt wie ein in sich selbst verwobenes und sich ständig neu knüpfendes Netz, wie eine gigantische und geheimnisvolle Substanz, ständig neue Formen annehmen würde.
Fliegen? Warum nicht?

Naveen war darüber wenig überrascht. Sie konnte ganz gut erklären, wie all dies möglich war. All diese Entwicklungen begannen lange vor der Geburt ihrer Eltern. Und selbst die konnten sich kaum noch vorstellen, wie sie die Welt ohne diese Möglichkeiten erleben und verstehen sollten. Wie ihr tägliches Leben wäre, wenn sie all das, was in Naveens Gegenwart so selbstverständlich möglich war, anders hätten lernen müssen.

Schon lange sprach man nur mit einem historischen Blick von Technologien. Schon gar nicht von neuen Technologien. So wie jedes Frühjahr die Natur ganz selbstverständlich neu erblühte und einfach da war, so veränderte sich die Welt wie eine AURA ständig weiter und irgendwie immer passend zu dem, was gerade nötig war.
Naveen und die Menschen in dieser Zeit nannten all dies AURA und es war so normal wie die Tatsache, dass sie in der Nacht nicht erstickten, sondern beatmet wurden, dass ihr Herz von alleine schlug und sie sich darum nicht kümmern mussten.

Die Menschheit schien ihren Frieden mit diesem inzwischen alt klingenden Wort Technologie gefunden zu haben. Es war ein unsichtbarer Aspekt ihres Lebens, eine Form von Wirklichkeit, die sich permanent um sie herum zu ändern schien.
So wie sie zwar auf die Minute genau das Wetter in einem Monat mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 100 Prozent voraussagen konnte (wobei sie nicht genau wusste, ob das Wetter genau so war oder sie es nur so wahrgenommen hatte) oder wie sie lange zuvor sehen konnte, wer ihr heute zu welcher Zeit und in welcher Form begegnen würde.
Sie konnte es sehen, doch sie konnte es nur bedingt ändern.

Alles fühlte sich auf eine geheimnisvolle Weise sicher, vor allem fühlte es sich erreichbar an. Alles schien perfekt darauf abgestimmt, was man sich in dem Moment wünscht, und selbst der Wunsch war eine nicht begreifbare Sphäre, von der man nicht wirklich wusste, ob der Wunsch selbst vor oder nach seiner Erfüllung klar war oder dann erst klar wurde.

Doch auch das war nicht wirklich wichtig. Es fühlte sich einfach gut an. Es fühlte sich an, als würde man immer aufgefangen, als stünde nichts im Wege, an dem man sich stossen oder verletzen könnte. Es war nicht wichtig, denn es machte glücklich. Und Naveen war im Grunde immer glücklich.

Früher, in ihrer Kindheit, da hatte Naveen noch ein dünnes, schmales Band um ihren Kopf, wenn sie schlafen ging. Heute hatte sie ein kleines, auf den Innenraum ihrer Ohren perfekt abgestimmtes und sich wie die Oberfläche ihrer Haut anfühlendes kleines Ding (sie wusste gar nicht, ob es einen Namen hatte).
Das Ding wurde ihr vor einigen Jahren eingesetzt und war wie ein besonderes Körperteil, über das sie nicht mehr nachdachte. Es war ein Teil von ihr, auch wenn sie ins Wasser sprang und so tief tauchte, wie sie konnte. Überhaupt war Wasser Naveens liebstes Element.

Naveen war erst 15 Jahre alt, doch sie wusste ziemlich genau, wie ihr Gehirn im Zusammenspiel mit all den Sinnen ihres Körpers arbeitete. Wobei sie nicht arbeitete sagte, sondern sie nannte es harmonierte und sprach dann gerne von Musik, von einem Orchester, welches ständig neue Instrumente bekam und damit neue Klänge, die zusammen harmonisch resonierten.
Klänge, mit denen sie das Leben von Naveen ständig neu beschallten.

Naveen liebte die Sprache, sie liebte es, sich mit wohligen, sich gut anfühlenden Wörtern ihre Welt zu erklären. Sie wusste, diese Welt war ihre Welt. Sie wusste, dass diese Welt auch auf besondere Weise für sie war, für sie gemacht und nur in ihrem Leben so zu sein hatte.

Wenn sie nun zu erklären versuchte, wie ihr Körper als organische Sphäre zu all dem fähig war, so war ihr klar, dass es zum einen mit Schwingungen in ihrem Gehirn zu tun hatte und mit all den Körperfrequenzen, ihren Sinnen überhaupt und jeder einzelnen Zelle in ihrem Körper.
Wobei sich dann die Grenzen ihres Körpers ein wenig in ihrer Vorstellung, ihrer Sicht auf die Welt um sie herum aufzulösen schienen.
Naveen wusste, früher hatte man die Schwingungen in einem menschlichen Gehirn so verstanden, als hätten diese Grenzen zueinander.

Man glaubte damals, diese Schwingungen hätten eine eigene und nur diese Funktion. Zum Beispiel glaubte man, nur eine bestimmte Frequenz wäre für jenen Teil des Bewusstseins im Vordergrund, der vom Schlaf getrennt wäre. Dieser wurde mit Wachheit beschrieben. Seltsam.
Doch das war lange her.

Inzwischen – und im Rückblick konnte man sich nur wundern, dass das nicht immer klar war: Diese Schwingungen hatten und haben keine Grenzen. Wie das Licht, wie der Lauf der Sonne fliesst alles als ein ewiges Kontinuum zu einer gemeinsamen Sphäre und erweckt immer und im richtigen Augenblick das Richtige.
Naveen kannte es nicht anders. Hatte sie eben wirklich geschlafen, oder nicht? Warum sollte das wichtig sein? Was war das überhaupt, der Schlaf?

Genau das machte das Ding (früher in einer einfacheren Version noch das Band um den Kopf während der Nacht). Es erweckte das, was alles in Naveen schon angelegt war, was sie im Grunde schon wusste und nur – es klingt immer noch ein wenig verrückt – geborgen werden musste. Ganz so, als würde man die Schichten eines Bodens langsam abtragen, als würde man Obst schälen oder die Pausen bei einem Musikstück zum Klingen bringen.
Aber natürlich war auch das nicht wirklich richtig. Richtig war, dass das Innen und das Aussen keine Bedeutung mehr hatten. Naveen wusste es einfach.
Sie glaubte dies zu wissen.

Nun führt der Begriff Wissen, als das, was Naveen wusste, ein wenig in die Irre. Es war weniger das, was wirklich schon und genau so in ihr angelegt war, sondern eher etwas, was mit grösster Leichtigkeit und so schnell in ihrem Bewusstsein verwertbar wurde, sodass sie gar nicht das Gefühl hatte, hier irgendwelche Widerstände zu spüren.
In alten Texten war zu lesen, wie schwer Lernen sehr viel früher gewesen sein musste. Naveen konnte das nicht mehr nachvollziehen.

Früher dachte man, wenn man von Wissen sprach, noch irgendwie an ein konkretes Ergebnis, wie ein Ding oder ein Produkt, an etwas, was man erst in ein inneres Regal legen musste, um es dann von dort wieder herausholen zu können.
Heute, und das war das normale Leben von Naveen, war das, was früher Wissen genannt wurde, etwas anderes. Das äussere Wissen, was sich früher wohl schwer anfühlen musste, war zu dem geworden, was für Naveen sich wie ein sich ständig veränderndes Innen anfühlte.
Ach, es war schwer zu erklären. Auch für Naveen. Aber sie musste ja auch nicht erklären, warum ihr Herz während der Nacht weiterschlug.

Naveen wusste nicht genau, wie spät es war, als sie aufstand. Das war nicht so wichtig. Denn auch die Zeit hatte sich in der Zeit ein wenig verändert. Wobei auch das nicht ganz stimmte.
Die Zeit selbst verlief natürlich so beharrlich vor sich hin wie immer. Nur der Zugang und der Umgang mit der Zeit waren nicht so statisch, nicht so abhängig von konkreten Abläufen.
Denn nichts schien wirklich und exakt so eindeutig, bestimmt und konkret zu sein.
Das betraf auch die Zeit selbst. Naveen musste sich nicht um die Zeit kümmern. Wenn es wichtig war, dann wurde sie dorthin und zu jenen geführt, wo und für wen Zeit eine Rolle spielte.

Wenn Naveen ihre Freundin Maaren traf, dann hockten sie oft stundenlang zusammen und sprachen miteinander. Sie mochten es, Rücken an Rücken zu sitzen und die Gespräche ineinanderfliessen zu lassen. Manchmal probierten sie fremde Sprachen aus, da diese einem Gespräch einen anderen Blick, eine andere Stimmung beigaben. So, als würde man einem bekannten Gericht ein neues Gewürz beimengen.

Sie hörten die im Grunde fremde Sprache, auch wenn sie glaubten, die Worte in der für sie gewohnten Sprache zu formulieren, und all dies wurde in ihnen transformiert, ganz so, als könnten sie unterschiedliche Existenzen sein, oder besser gesagt: als könnten sie zwischen diesen Unterschiedlichkeiten hin- und herschwingen. Und jede Sprache öffnete viele Türen zu vielen spannenden Themen und alles schien einen gemeinsamen Kern zu haben.
Doch manchmal war Naveen nicht ganz sicher, ob Maaren wirklich hinter ihr saß.

Doch es gab auch manches in dieser, besser: in Naveens Zeit, in der die Zeit selbst an unterschiedlichen Zeitpunkten und in unterschiedlichen Zeiträumen stattfand. Das war auch für sie ab und zu irritierend.
Naveen fühlte sich dann ganz so, als gäbe es viele Versionen von ihr und jede wäre mit anderem beschäftigt und gleichzeitig war das alles immer auch sie.
Naveen war schon klar, diese Versionen von ihr waren nicht so wirklich wie sie selbst, wie das, was auch sie als wirklich – als ihren eigenen Körper – wahrnahm.
Doch selbst darüber war sie nicht ganz, nicht wirklich sicher.

Denn die Wirklichkeiten verschwammen und solange es sich angenehm und richtig anfühlte, was sollte das Problem sein?

Naveen mochte die Zeit. Sie mochte ihre Zeit und wusste, dass um sie herum andere Zeiten waren, anderes passierte und trotzdem: Alles war so perfekt aufeinander abgestimmt, dass sie kaum noch eine Idee davon entwickeln konnte, warum es nicht gut sein sollte.

Obwohl sie wusste, dass sie zum Beispiel Sprachen nicht wirklich, nicht so wie früher lernen musste, so hatte sie grosse Freude daran, den Tag oder Teile ihres Tages damit zu verbringen, einfach durch ihre Welt zu laufen.

Sie ging gerne an fremde Orte, gerne neue Wege, und sprach mit ihrer inneren Freundin (wie sie das Ding in sich gerne nannte). Sie sprach mit ihrer inneren Freundin über so viel mehr, als sie mit ihren Eltern gesprochen hätte. Mit anderen Menschen, jenen, von denen sie glaubte, sie schon ihr ganzes Leben zu kennen.
Dann stellte sich Naveen manchmal vor, es gäbe noch mehr innere Freundinnen in ihrem Körper. Mehr von dem, was ihr half, so glücklich zu sein.

Und doch gab es andere Momente, wenn ihre Eltern, welche sie immer mal wieder traf, ihr eine kleine Geschichte erzählten. Dann hatte sie das seltsame Gefühl, diese Stimme wäre anders als die vielen anderen in all den anderen Zeiten in ihrem Leben.

Sie hörte dann zu und auch das fühlte sich gut an. Doch eine kleine Unsicherheit blieb auf eine friedliche, eine sanfte Weise immer zurück und ohne eine Antwort: Hatte sie ihre Eltern wirklich gesehen?

Der Name Naveen ist ein überwiegend männlicher Vorname, kann jedoch geschlechtsoffen verwendet werden. Er ist indischen Ursprungs und von dem Sanskrit-Wort navīna abgeleitet. Der Name steht für neu, jung, frisch, kreativ oder auch innovativ.

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Novak kauerte an diesem kühlen Ort. Er war noch etwas benommen, aber auch berauscht. Es war ein wenig dunkel und seine Augen mochten sich nicht an die Umrisse gewöhnen, die sowieso keine grosse Bedeutung mehr hatten, denn er konnte sich kaum noch bewegen. Es war zu anstrengend.

Novak hatte diesen Wettkampf gewollt, er hatte sich lange darauf vorbereitet. So wie schon so viele Male in seinem noch jungen Leben. Was sollte er auch tun?
Mit und in diesen Wettkämpfen hatte er das Gefühl, alles mache doch irgendwie Sinn. Denn dann musste er sich beweisen, musste Grenzen überwinden, und er fühlte in diesen Zeiten eine Spannung in seinem Körper, die ihm das Gefühl gab, seine Träume und Ziele wären erreichbar.

Novak hatte keinen richtigen, keinen wirklich eigenen Wohnort, wobei eine geräumige Nische in dem Wohnmodul seiner Stiefmutter ihm im Grunde immer zur Verfügung stand.
Sein eigener Vater war vermutlich nicht mehr am Leben. Wobei, dies wurde nie geklärt. Er war einige Monate an verschiedenen Orten und meistens nur für Tage oder – wenn er Glück hatte – auch für Wochen für recht anstrengende Tätigkeiten gebucht.

Diese Buchungen waren häufig Aufgaben, für die es noch keine technische Möglichkeit gab. Und wenn so eine Buchung kam, dann durfte sein Vater keine Zeit verlieren. Es waren viele auf dem Weg und nur der Erste bekam die Chance auf die Token, ohne die er so viele Nachteile hatte.

Novak wusste nicht viel von dem, was sein Vater zu tun hatte. Doch er wusste, dass sein Leben ihn belastete. Es war mühselig und der Blick in die Zukunft endete im Grunde schon nach wenigen Tagen. In dieser Zeit von Novak und seinem Vater gab es wenig Gründe für Fantasie.
Sein Vater sprach immer weniger, auch da es ihm nicht angenehm war, für Novak so wenig erreicht zu haben. Irgendwann konnte Novak ihn nicht mehr erreichen.

Das ist nun schon fast fünf Jahre her und Novak hat sich damit abgefunden. Wobei, das ist nicht ganz richtig. Das Verschwinden seines Vaters hat Novak aufgerüttelt, in ihm Fragen wach werden lassen, die er sich davor nie stellte. Denn er war ja noch jung. Und auch in dieser Zeit und für diese Jugend gab es die unerschütterliche und ein wenig anrührende Gewissheit in die eigene Kraft sowie die Vorstellung, es würde in dem eigenen Leben anders, es würde besser werden. Novak hing an diesem Glauben.
Doch die Wahrheit war: Er spürte in stillen Momenten, dass ihn dieser Glaube viel Kraft kostete.
Egal, er musste ja irgendwie leben.

Vieles wurde Novak erst jetzt, erst nach dem wahrscheinlichen Tod seines Vaters, klar. Er verstand nun, dass er sich Jahre vor den Gewissheiten wegduckte, Jahre, in denen er all die Substanzen einnahm, die in seinem noch jungen Leben zu seinem Alltag gehörten.

Diese Substanzen, sie hießen SILEX, waren im Grunde das Einzige, was man immer und ohne dafür etwas tun zu müssen bekam. Novak hat sein ganzes Leben SILEX bekommen und genommen.
In kleineren Dosen war es darüber hinaus in allen Lebensmitteln, für die er jedoch Tokens benötigte.
Wenn man etwas essen wollte, das sicher ohne SILEX war, dann musste man die Modulgrids, in denen alle, die er kannte, auf kleinem Raum lebten, verlassen.

Die Modulgrids zu verlassen, das war möglich, doch ein gewisses Risiko. Der Erwerb der lebensnotwendigen Tokens wurde schwerer, da ja keine Bewegung unbemerkt blieb, kein Satz gesprochen werden konnte, ohne dass mitgehört wurde. Novak hatte oft das Gefühl, seine Gedanken durften nicht seine eigenen sein.
Aber das hielt ihn oft nicht auf. Er war jung und es war vielleicht auch eine Sehnsucht nach einem Abenteuer.

Der Wettkampf hat Novak viel abverlangt. Es war körperlich eine Herausforderung, da er über viele Stunden nicht nur körperliche Kraft brauchte, um alle Hindernisse und Aufgaben auf dem Parcours zu überwinden und um das nächste Level zu erreichen, nein, Novak musste hellwach sein.
Und mit SILEX war dies keine leichte Aufgabe.

Novak musste bei diesen Wettkämpfen in kürzester Zeit lernen, die Zusammenhänge des Parcours zu verstehen. Er musste erkennen, wie die einzelnen Elemente aufeinander aufbauten und in welcher Reihenfolge er diese bezwingen sollte. All das war nicht leicht, da er natürlich nicht alleine war. Es war ein Wettkampf und nur wenige schafften es, die komplexen Aufgaben zu lösen.

Diese wenigen bekamen nach den Wettkämpfen die Chance, ein besonderes Training zu absolvieren. Novak wusste, früher gab es unterschiedliche Schulen, es gab feste Orte zum Lernen und alle Menschen mussten eine gewisse Zeit in ihrem Leben dort verbringen. Sie hatten keine Wahl. Das war heute, das war in Novaks Zeit, nicht mehr so.

Die Plätze in den Trainings waren knapp und fast alle wollten dorthin. Denn dies war die einzige Möglichkeit, dem eigenen Leben eine andere, eine bessere Wendung zu geben.

Novak wusste, er konnte es schaffen. Er ahnte, seit den Tagen seiner Ahnen hatte sich einiges verändert.
In diesen alten Zeiten schien es für die grosse Gemeinschaft wichtig gewesen zu sein, dass viele Menschen über viel Wissen in vielen Bereichen verfügten und ein Leben lang lernen sollten, damit das System erhalten werden konnte.

Ein gesellschaftliches System, welches darauf ausgelegt war, dass es möglichst vielen irgendwann in ihrem Leben gut ging. Wobei das, was mit gut gemeint war, vor allem durch die Menge der Dinge deutlich wurde, die sich alle leisten konnten. Wobei das sich leisten können am besten davon abhing, dass man dafür Schulden machen sollte.

Novak hatte auch verstanden, in diesen vergangenen Zeiten hing der Erfolg einer Gemeinschaft vor allem davon ab, dass möglichst viele möglichst kompetent und damit auch möglichst gebildet sein sollten. Warum? Ganz einfach: Nur dann konnte das System einer Gesellschaft als Ganzes funktionieren.
Das war jedoch lange vorbei.

Heute, zu der Zeit von Novak, war alles anders. Und es wurde erst spät erkannt, dass all das Wissen für alle immer weniger, immer flacher wurde. Wie eine Kugel, die langsam am Horizont untergeht, gab es im Verlauf der Jahre immer weniger Neues, weniger Erkenntnisse, weniger neue Ideen, die sich zu lernen lohnten.

Wozu auch, es schien, als wären die menschlichen Gehirne nicht mehr schnell genug, als wäre alles so komplex und kompliziert geworden, dass keine Zeit zur Verfügung schien, um in Ruhe eine Lösung für ein Problem zu suchen.
Denn welche Probleme gab es denn? Vielleicht lag es aber auch an dem SILEX. Kaum jemand erkannte noch Probleme oder spürte einen eigenen Antrieb, über eine andere Lösung nachzudenken als jene, die schon da war, die wie aus dem Nichts plötzlich das Leben bestimmte.
Wo kam all dies her? Novak wusste es nicht.

Doch all dies war nur zum Teil richtig. Im Grunde gab es sehr viele neue Ideen, Gedanken und Erkenntnisse auf diesem Planeten. Wir müssen von diesem Planeten sprechen, denn der Versuch, einen anderen Planeten zu besiedeln und dessen Ressourcen auszubeuten, war vor vielen Jahren massiv gescheitert.

Dieses Vorhaben hatte jedoch so viele Ressourcen, so viel Energie benötigt und Kosten verursacht, dass nur noch mit radikalen Entscheidungen das Leben auf diesem Planeten irgendwie weitergehen konnte.
Man nannte dies den BIG CHANGE und alle wussten, dass damit eine lange Zeit mit Entbehrungen begann.
Natürlich betrafen diese Entbehrungen nicht alle. Auch das wusste, besser: das ahnte Novak.

Dabei war es gut, dass all die abstrakten Systeme im Hintergrund mehr oder weniger alleine funktionierten, dass sie vorausberechnen und Entscheidungen treffen konnten und damit manche Probleme erst gar nicht gelöst werden mussten. Es gab sie einfach nicht. Zumindest nicht für Menschen.

Diese Systeme, früher noch seltsamerweise als künstliche Intelligenz bezeichnet (heute nannte man sie SUPRAS – und es gab sehr viele davon. Sie waren überall), konnten zwar nahezu alle Aufgaben übernehmen, um das Leben für die Menschen auf diesem Planeten irgendwie zu gewährleisten, doch es gab Grenzen, es gab Aufgaben und Themen, an denen die SUPRAS scheiterten.
Sie mussten daran scheitern.

Wie gesagt, die Verteilung von Wissen, von Kompetenzen war früher etwas, an dem möglichst viele Menschen teilnehmen sollten. Heute war es genau das Gegenteil. Zumindest hat Novak dies inzwischen erkannt.
Es war kein Schirm mehr, unter dem viele einen Platz hatten, unter dem das Wissen, all das, was man hätte lernen können, für alle erreichbar war.
Auch wenn nicht alle die gleiche Leistung erbringen konnten. Es gab damals natürlich Unterschiede.
Nein, es gab keinen Schirm mehr. Inzwischen war es wie ein spitzes Zelt, das nur noch wenige in der Enge der Mitte zum Mitdenken brauchte.
Fast alle anderen hatten eine Art Leben, sie hatten irgendetwas zu tun, doch nur wenige hatten die Chance auf einen Platz in den Trainings.

Denn die SUPRAS waren streng, die Auswahl war hart. Kaum jemand verstand, wer aus welchen Gründen eingeladen wurde.

Alle anderen erhielten von den SUPRAS fast täglich Buchungen für irgendwelche Tätigkeiten. Man konnte sich diese nicht wirklich aussuchen, man konnte sich nur anbieten.
Dabei war es gut, möglichst flexibel zu sein. Am besten war man bereit, auch für weniger Tokens die Buchung anzunehmen.
Die Arbeit war meist körperlich schwer, oft besonders schmutzig oder über eine lange Zeit sehr eintönig.
Viele Menschen lebten von diesen Tätigkeiten, denn die XTROIDEN (früher nannte man sie Roboter) waren zu teuer für diese Art der Tätigkeiten.

Novak hatte sich lange auf diesen Wettkampf vorbereitet. Er wusste, in wenigen Jahren hätte er vielleicht nicht mehr die Kraft, um doch einen der wenigen Plätze bei den Trainings zu erkämpfen.
Nun kauerte er in diesem schmalen Raum auf dem rauen Boden. Er war vollkommen leer, doch irgendwie war er froh. Es war vorbei. Nur wenig Licht floss durch die schmalen Öffnungen direkt unter der Decke in den Raum, doch Novak nahm dieses diffuse Licht nicht wahr. Seine Augen waren geschlossen.

Dieser Wettkampf war für ihn eine Chance. All seine Hoffnung war damit verbunden, doch es war verrückt. Er wusste nicht einmal genau, was ihn bei einem der begehrten Trainings erwarten würde.
Aber alle, die sich für den Wettkampf qualifizierten, gingen fest davon aus: Es musste einen Aufstieg bedeuten!

Was Novak nicht wusste: Die Wettkämpfe waren im Grunde nur eine Art der Prüfung, wie ernst es jene meinten, die sich all den Quälereien stellten, die bereit waren, über ihre Grenze zu gehen und dabei die eigene Wahrnehmung dessen ignorierten, was vielleicht hätte lebensbedrohlich werden können.

Was Novak und die anderen auch nicht wussten, das war, wie sehr diese Wettkämpfe darauf ausgelegt waren, einen neuen Typus Mensch aus der Masse der anderen herauszufiltern.
Es war wie die Suche nach einer neuen Kategorie, eine Suche nach Eigenschaften und Fähigkeiten, nach herausragenden Qualitäten, die sich von der Vergangenheit der Menschheit, von groben und gewöhnlichen Instinkten, von jeder Routine und im Grunde von dem jahrtausendalten und typischen menschlichen Verhalten unterschied.

All das wusste Novak nicht. Doch als er in diesem Raum im Halbdunkel wieder ganz bei sich war, er jedoch immer noch tief atmen musste, obwohl die Anstrengung nun Stunden zurücklag, da wurde ihm klar: All die körperlichen Strapazen, all die schmerzhaften Herausforderungen waren nicht das Schlimmste.

Was ihn wirklich erschöpfte und in diesem Augenblick den Atem stahl, das waren die ungewöhnlichen Fragen, die extremen Provokationen, mit denen er während der Wettkämpfe konfrontiert wurde und auf die er eine Antwort haben musste.
Das wusste er.

Novak dachte – vielleicht war es eine Eingebung – in diesen Momenten immer an seinen Vater. Er versuchte sich vorzustellen, wie er antworten würde.
Das war nicht leicht, da er in seinem noch jungen Leben nicht besonders viel Zeit mit diesem Menschen verbracht hatte.

Doch die körperliche Anstrengung und seine Konzentration schienen alles extrem zu beschleunigen.
Er hatte schnell die mögliche Antwort seines Vaters im Kopf und dann gab Novak genau diese Antwort nicht!
Er suchte eine Antwort, die das Gegenteil dessen war, was sein Vater geantwortet hätte.
Novak drehte jeden Impuls, jede Intuition, jeden Instinkt seines Vaters um und wählte eine Antwort, die dieser widersprach.

Novak war schlecht. Sein Körper schmerzte. Sein Herz schlug immer noch so schnell, als läge der Wettkampf nur Momente zurück.
Ihm war schlecht, da er sich komplett verleugnete, er alles so beantwortet hatte, woran er nicht glaubte, was ihm im Grunde wichtig war.
Ihm war übel, weil all seine Antworten Lügen waren, und trotzdem schien dies das gewesen zu sein, was von ihm erwartet wurde.

Doch diese Einsicht hatte Novak nicht wirklich, diese Gedanken erreichten ihn nicht in dieser klaren Form. Es ging ihm nicht gut und er konnte nicht aufhören, das Gesicht seines Vaters vor seinem inneren Auge zu sehen. Er blickte in die lange nicht gesehenen Augen seines Vaters.
Novak war verwirrt.
Er hatte doch das erreicht, was sein Vater für sich selbst und später für seinen Sohn wünschte.
Doch jetzt, da er es geschafft hatte, da schmerzte sein Körper.

Was Novak noch nicht wusste: Er wurde nicht zu den Trainings eingeladen.

Der Name Novak ist ein Familienname mit slawischem Ursprung. Er bedeutet Neuling, Neuansiedler oder einfach der Neue. In der Umkehrung steht der Name damit auch für den ursprünglich Fremden, als der, der sich erst beweisen muss, der etwas zu leisten hat.

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Mika hatte gut verstanden, was sie nun tun sollte. Sie verstand, da sie früh gelernt hatte, wie ähnlich doch alles war. Mit einem Bild erklärt: Sie nahm die Welt um sich herum meist als Kreis wahr. Sie selbst stand in der Mitte und blickte dabei in unterschiedliche Richtungen gleichzeitig. Aus dieser Mitte wurde ihr klar, wie viele Ähnlichkeiten es zwischen all den Themen gab.
Mit dieser Erkenntnis wurde Lernen für sie immer einfacher.

Diese Betrachtung der Welt als Ganzes und ihrer Teile war für Mika oft sehr aufregend. In ihrem Kopf passierte dann sehr viel und gleichzeitig so mühelos, dass sie all die noch ungefähren Erkenntnisse gar nicht ordnen konnte.
Ihr wurde dabei manchmal etwas schwindelig. Ihr Kopf, ihr ganzer Körper begannen dann leicht zu pulsieren, fast so, als würde sich ihre Temperatur ändern. Mika wurde dann wärmer.

Sie mochte dieses Gefühl. Ihr war dann so, als würde sie genau das tun, was sie sowieso gerne machte und wofür sie kaum Anstrengung brauchte. Alles fühlte sich leicht an, oder wenigstens sehr viel leichter. Mika hatte in diesen manchmal lange andauernden Momenten immer besonders viel Energie. Sie musste dann manchmal plötzlich lachen und ihr Körper wollte dieses Lachen mit einer fröhlichen Bewegung begleiten.

Mika war froh, dass sie in dieser, in ihrer Zeit lebte. Sie war froh, denn sie wusste, wie anstrengend es früher gewesen sein musste. Wie viel Energie und Konzentration wohl nötig war, um alles isoliert und getrennt von allem anderen verstehen zu müssen.

Mika liebte Bilder, um sich ihre Welt zu erklären. Wenn sie an diese vergangenen Zeiten dachte, dann stellte sie sich vor, wie damals Menschen in einem unklaren Gewässer tief tauchen mussten, dort jede Menge Anker fanden, aber nicht wussten, zu welchem Boot, zu welchem Schiff diese gehörten und in welche Richtung sich diese auf dem gemeinsamen Gewässer bewegen würden.
Es musste seltsam gewesen sein.

Dieses Betrachten der Welt und all die damit verbundenen Themen aus der Perspektive einer Mitte war für Mika so normal, dass es ihr seltsam vorkam, wie man nur Schritt für Schritt und nur in einer festgelegten Richtung zu einem Ergebnis kommen könne.
Das Ergebnis war in Mikas Welt oft nicht so wichtig, eher ging es darum, ob sie sich in und mit einer Gruppe gut einbringen konnte und ob diese Gruppe eine Form des gemeinsamen Ausprobierens gefunden hat.
Oft ein stundenlanges Abenteuer, bei dem es häufig wechselnde Rollen unter den Einzelnen gab. Je nachdem, welche Talente, welches Interesse und damit auch Wissen man mitbrachte.

Mika war nur alleine, wenn sie es selbst wollte. Ihre Eltern spielten in ihrem Leben zwar eine herausgehobene Rolle, doch auch sie waren in eine grössere Gruppe von Menschen mit unterschiedlichem Alter eingebunden. Man nannte sie COMMUNIS und meinte damit eine Art Gemeinschaft, die sowohl auf Freiwilligkeit beruhte als auch einige Regeln kannte.
Regeln, die von allen befolgt wurden, denn die Vorteile waren offensichtlich.
Ab und zu änderten sich diese Regeln, wenn sie keinen Sinn mehr ergaben.

Eine zentrale Regel lautete: Alle müssen wissen, warum sie mit den anderen zusammenleben wollen, und dies den anderen auch immer mal wieder sagen. Diese positive Bestätigung als ein Bekenntnis zu der Gemeinschaft war allen wichtig!
Das klingt vermutlich seltsam, doch alle verstanden, wie schnell man sich an etwas gewöhnen kann und wie wichtig es ist, dem Eindruck einer Selbstverständlichkeit früh auszuweichen. Alle brauchten die Sicherheit der Gemeinschaft, doch nichts sollte selbstverständlich sein.

Eine weitere Regel war im Grunde sehr einfach: Die Lösung des Beitrags einer Gruppe war nicht mehr wert als die Lösung einer einzelnen Person in der Gruppe selbst.
Doch auch nicht weniger.
Dies war oft nicht leicht. Ein einzelner Beitrag war ja auch irgendwie das Resultat des Gemeinsamen und umgekehrt. Da die einzelne Lösung, eine Idee oder die Antwort einer Person immer auch alleine eine Bedeutung haben durfte und auch mit der Person verbunden war, nur eben nicht bedeutender als jene der Gruppe als Ganzes, konnten Konflikte meistens vermieden werden.

Denn es gab auch die Regel des Wettbewerbs. Alle begrüssten und suchten Wettbewerb. Nicht als etwas Trennendes, sondern als Sieg der besseren Lösung, die erkannt werden musste, um sie dann mit anderen zu teilen.
Dieses Ringen um die bessere Antwort, die bessere Idee, wissend, dass sich danach auch dies wieder verändern würde, dass daraus wiederum Neues entstehen würde, das war im Kern die gemeinsame Überzeugung. Daran wollte niemand rütteln. Denn alle profitierten davon.

Dies gründete auf dem Bewusstsein, dass bei jeder guten Idee die darauf aufbauende Idee schon – wenn auch nur schemenhaft – erkennbar sein sollte.

Aber natürlich gab es auch Streit. Es gab Konflikte und manchmal ging es hoch her. Es konnte sein, dass Einzelne oder ein Teil einer Gruppe so wütend wurde, dass man hätte vermuten dürfen, die Kontrahenten würden sich danach für längere Zeit aus dem Weg gehen oder überhaupt den Kontakt zueinander abbrechen.

Dies war jedoch nicht so. Alle in einer COMMUNIS wussten, Gefühle und jede, auch noch so impulsive Regung gehörten zu der Person und – auf eine gewisse Weise – auch zu ihnen allen als ganze Gruppe. Niemand hätte sich daran gestört. Sie wussten, Emotionen durften nicht nur isoliert einer Person zugeordnet werden, sondern diese Person brachte damit immer auch den Zustand, besser gesagt, die Energie der ganzen Gruppe zum Ausdruck.

Niemand wurde ausgeschlossen. Streit wurde akzeptiert und war, um auch hierfür ein Bild zu verwenden, wie das Wetter. Und das konnte man schliesslich auch nicht verändern.
Und wie beim Wetter, so wussten alle, es geht wieder vorbei. Jeder Augenblick, also auch jeder Streit, ist ja nur ein kleiner Abschnitt auf einer endlosen Reise und dem gemeinsamen Ziel, ein Gleichgewicht zu finden.

Doch das Gleichgewicht war natürlich nie erreichbar. Was war schon perfekt?
So wurde die Überzeugung, man sollte die beste Lösung in der Begrenzung der Möglichkeiten und innerhalb des Nichtperfekten finden und dies als gut genug akzeptieren, zu einer unausgesprochenen Regel.

Im Grunde war dies die wichtigste Regel. Die Frage nach dem gut genug, nach der besten Lösung vor dem Hintergrund, es würde sich sowieso alles wieder ändern, sowie der Erkenntnis, jede Lösung sollte immer und im Besonderen auch verantwortlich für alles andere getroffen werden.
Alles andere? Das war die Welt als Ganzes und die Zeit danach. Irgendwann würde sich ja immer zeigen, wie gut die Lösung in der jeweiligen Gegenwart wirklich war.

Mika lebte schon ihr ganzes junges Leben in dieser COMMUNIS. Manchmal zog eine Person dazu, andere verließen sie. Es war ein Kommen und Gehen. Doch es fühlte sich meistens richtig an. Und doch war sie immer mal traurig, wenn jemand, den sie besonders gerne mochte, eine Entscheidung für einen anderen Ort getroffen hatte.

Mika hatte häufig das Gefühl, die ganze Welt wäre mit der Idee von Kreisen gebaut. Auch wenn die Orte in ihrem Lebensumfeld eher praktisch waren und gerade Wände hatten, so waren viele Räume offen, wie in sich verschoben und überlappend gebaut, sodass die ganze Anlage der COMMUNIS zwar genügend Orte der Gemeinsamkeit hatte, doch auch viele Möglichkeiten zum Rückzug bot.

Es gab Räume, die nur für eine Person gedacht waren, in denen man privat sein konnte, wo jene Geheimnisse zuhause sein durften, die zu einem guten Leben gehören.
Das wird sich vielleicht nie ändern.
Niemand wurde je gezwungen und doch gab es ein Gefühl der Verantwortung, der Teilhabe und Teilnahme an der Gemeinschaft, die das Leben weitgehend bestimmte.

Mika konnte sich die Art des Lernens, wie es die Älteren erzählten (und auch die hatten es nur gehört und gelesen), nicht gut vorstellen.
Die Vorstellung, Lernen würde als etwas Getrenntes vom täglichen Leben stattfinden, fand Mika seltsam und abstrakt. Wie sollte das funktionieren?
Das musste doch unheimlich anstrengend sein.

Mika erfuhr ihre Welt oft sehr praktisch. Sie lernte das Meiste so, dass es auch an dem Ort, in der Zeit und mit den damit verbundenen Zusammenhängen Sinn ergab.
Bei einer kleinen Wanderung entlang eines Tales und der Überquerung eines Baches rückte beispielsweise Wasser als Thema in den Mittelpunkt der gemeinsamen Aufmerksamkeit.
Und dann gab es verschiedene Hilfsmittel. Diese waren für Mika so normal wie das Tragen einer Uhr in früheren Zeiten.

Es war normal, die Welt, wenn man das wollte, auch aus anderen Perspektiven betrachten zu können, dass man immer Fragen stellen konnte und dann etwas Ergänzendes angeboten bekam, was das Bild verändern konnte, damit neue Bilder oder auch nur kleine Informationen dazukamen und jenes reicher wurde, was man gerade in der Wirklichkeit betrachtete.
Es war normal und fühlte sich fast so geborgen und natürlich an, als würde man mit einer befreundeten Person sprechen.

Mika wusste, diese Hilfsmittel waren nur so gut und wertvoll, wie sie eine Unterstützung für sie selbst und für die – meist selbst gewählten – Aufgaben in der Gruppe boten.

So betrachteten sie das fliessende Wasser und dabei tauchten viele Fragen auf. Wie floss das Wasser unter der Erde, wie in ihrem Körper? Wie entwickelten Menschen so viele Möglichkeiten, Wasser dorthin zu transportieren, wo es gebraucht wurde? Was war überhaupt Wasser, wenn man sehr genau hinschaute? Wie konnten Bäume und Pflanzen Wasser so perfekt bis in die Spitzen jedes Blattes transportieren? Warum war es seit vielen Jahren verboten, Wasser zu verkaufen? Mika war noch so jung? Es gab so viele Fragen. Und dann immer noch mehr Fragen.

Meistens tauchten folgende fünf Perspektiven der Betrachtung auf: das Zusammenspiel zwischen dem technisch Möglichen, dem wirtschaftlich Sinnvollen, dem, was man verantworten konnte, wie dies zu all den anderen Entwicklungen und Veränderungen passte und schliesslich, ob dies auch das war, was Menschen sich wirklich wünschten, was einen Sinn für ein besseres Leben ergab.

In Mikas Zeit hatten die Menschen gelernt, besser: Sie mussten lernen, dass sie nicht mehr die Wichtigsten auf diesem Planeten waren. Wenn sie überleben wollten.

Während dieser täglichen Exkursionen, den kleinen Abenteuern, die, obwohl sie meistens wie eine fröhliche Reisegruppe wirkten, doch auch eine ernste Angelegenheit waren, landete man fast immer wieder in der eigenen kleinen Welt, dem eigenen Körper und häufig der eigenen Gesundheit. Allen war klar, dies war das eigentliche Kapital.

Das Grosse wurde dann zum Kleinen. Das Kleine wurde zum Grossen. Und je mehr erkannt wurde, wie viele Ähnlichkeiten es gab, wie man von dem einen auf das andere schließen konnte, desto einfacher war es, schnell und ohne viel Mühe etwas Neues zu erkennen und damit zu lernen.
Einfach, weil alles zusammenpasste.

So gab es in Mikas Leben immer neue Orte, an denen sie mit anderen etwas Neues ausprobierte, Erfahrungen machte und so wieder mehr verstand. Das war nie wirklich gefährlich, doch es war manchmal ein kleines Risiko und Mika brauchte Mut und die Bereitschaft, sich selbst zu konfrontieren.
Da sie damit jedoch früh in ihrem Leben meistens gute Erkenntnisse verband, war es für sie kein grosses Hindernis, einfach mal etwas zu wagen, was sie noch nie zuvor gemacht hatte.

Ab und zu gab es konkrete und notwendige Ergebnisse und Ziele. Wobei nicht wirklich klar war, warum diese nun wichtiger waren. Es gab Aufgaben mit einer besonderen Bedeutung. Dafür wurden feste Zeiträume und Termine verabredet.
Doch auch dies führte nie zu einer Erfahrung, die sie mit Sorge erfüllte. Wenn mal etwas nicht so klappte wie geplant, dann gab es – irgendwie immer – vorbereitete Lösungen, die dann zum Einsatz kamen.

Mika wusste natürlich, dies hatte auch damit zu tun, dass sie noch die Jüngere war und erst später in ihrem Leben alles ein wenig wichtiger wurde und dann mehr klappen, sie bessere Ergebnisse erzielen sollte. Doch auch dann konnte es eine wertvolle und angenehme Erfahrung sein, wenn sie scheiterte. Alleine und in der Gruppe.

Doch manchmal kam es ihr ein wenig seltsam vor, dass es gar nicht so wichtig war, wenn ein Ziel nicht erreicht wurde. Sie genoss zwar immer die besondere, die schöne und angenehme Zeit mit all den Menschen in ihrer direkten Umgebung. Doch es war ihr kaum klar, welchen Wert all das hatte, was sie in ihrem noch jungen Leben alles gelernt, neu erdacht und mit den anderen entwickelt hatte.

All die vielen Ideen, die kleinen und grösseren Studien zu teilweise komplexen Themen. All dies wurde immer sehr positiv aufgenommen und scheinbar hatte es auch einen Zweck. Doch wie genau und wo sie damit etwas Sinnvolles geschaffen hatte, das war ihr nicht immer klar.

Mika wusste auch, es gab noch viele Orte auf dieser Welt, an denen Menschen ein ganz anderes Leben führen mussten. Die Welt wurde durch die seit langer Zeit andauernden Veränderungen des Klimas immer kleiner. In einigen Ländern konnten Menschen wegen der Hitze gar nicht mehr leben. An vielen Orten, die nicht geschlossen wurden, entwickelten sich dann nur provisorische Lebensräume, die dann doch sehr lange zu einem festen Wohnort wurden.

Mika wusste auch, dass vieles, was ihr Leben so angenehm gestaltete, nur möglich war, da nicht alles auf dieser Erde so gerecht geteilt wurde, wie sie es sich im Grunde wünschte.
Das schien auch früher und damit schon immer so gewesen zu sein.

Mika würde gerne etwas schaffen, was gut für mehr Menschen wäre, was noch einen anderen Wert hätte.
Doch all diese abstrakten Systeme um sie herum gaben ihr wie eine grosse Mutter meistens das Gefühl, alles wäre doch nicht so wichtig. Sie solle sich keine Sorgen machen. Für sie wäre gesorgt.

Und sie wusste, ihre COMMUNIS hatte viele Vorteile, denn sie waren besonders vermögend. Auch wenn es schon lange kein Geld mehr in der Form gab wie in früheren Zeiten.
Doch darüber sollte besser nicht gesprochen werden.

Es schien Mika, als gäbe es neben der Wirklichkeit, in welcher sie lebte, noch viele andere Realitäten, die sehr viel besser funktionierten, die so viel schneller waren und im Grunde alle Antworten schon vorbereitet hatten.
Wenn eine Antwort von Mika dazu passte, dann war das gut. Doch wenn nicht, dann gab es eben kein Problem. Die Lösung war vorbereitet, bevor Mika, so sehr sie sich auch anstrengte, hier mithalten konnte.

Mika hatte auch von den Älteren gehört, dass selbst sie im Geheimen etwas darunter litten. So angenehm ihr Leben auch war und so sehr sie die gemeinsame Zeit auch genießen konnten.
Wenn Mika am Abend den Gesprächen der Älteren lauschte, die in der Dämmerung vor der weitläufigen Anlage der COMMUNIS im Freien saßen, dann hörte sie, es gäbe Orte, an denen ganz besondere Menschen mit speziellen Kompetenzen wären und dort wirklich Entscheidungen treffen könnten.

Sie hörte, dass es dort nicht nur wichtig war, sondern auch Konsequenzen hatte, wenn man falsche Lösungen zu einem Problem entwickelte.
Diese Menschen wären besonders schlau, hätten besondere Begabungen. Fähigkeiten, die jedoch nur noch sehr begrenzt nötig waren, sodass das Meiste von den abstrakten Systemen übernommen wurde.
Von der fast unsichtbaren Technik, den vielen Augen und Ohren, die überall Einblick hatten, die wie kleine Insekten zu jeder Zeit und an jedem Ort alles aufsaugten, um daraus diese so angenehme Welt zu schaffen.
Und Mika erschrak ein wenig bei dem Gedanken, ob all dies auch in ihrem Körper wäre?

In dieser Welt konnte man sich kaum verletzen, es gab so gut wie keinen Widerstand. Fast immer war Mika glücklich und zufrieden. Fast immer war sie stolz, was sie an einem dieser abenteuerlichen Tage im Kreise ihrer COMMUNIS gelernt hatte. Fast immer war sie sich sicher, alles wäre genau so richtig und dass sie viele Gründe hatte, dafür dankbar zu sein.
Doch an manchen seltenen Tagen, dann, wenn sie ganz für sich alleine war, da hätte sie sich gewünscht, es gäbe auch an diesem Ort etwas, woran sie sich verletzen konnte.

Etwas, was ihr das Gefühl gegeben hätte, all ihr Wissen in ihrem noch jungen Leben hätte einen wirklich tieferen Sinn.
Doch meistens war Mika wirklich glücklich.

Der Name Mika ist ein überwiegend geschlechtsneutraler Vorname. Der Wortstamm kommt aus dem Finnischen, hat jedoch auch einen hebräischen Ursprung. Die unterschiedlichen etymologischen Hintergründe werden vor allem mit Wer ist wie Gott übersetzt bzw. interpretiert.

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Über die Zukunft nachzudenken, über das zu spekulieren, was noch nicht Wirklichkeit werden konnte, ist im Allgemeinen ein nur wenig akzeptiertes Vorhaben. Wie soll das auch möglich sein? Es kann doch immer so viel passieren, was wieder alles ändert.
Doch genau die Vielfalt dessen, was sich alles ändern kann, ist der Humus für eine Spekulation, die mit jedem neuen Teil, wie in einem grossen Puzzle, über die Zeit eine zunehmende Menge und getragen vom Zusammenspiel belastbarer Argumente ein Bild ermöglicht und sichtbar werden lässt, das dann zumindest verführend wirkt.

Es wird vorstellbar. Es könnte so werden und dann auch so sein. Oder anders gesagt bzw. gefragt:
Was wäre, wenn…

Dieses Was wäre, wenn… ist dann der Schlüssel zu einer Form der spekulativen Erzählung, welche sich ab einem gewissen Punkt von der Erzählung löst und in der Verdichtung der Argumente immer weiter zu einer beginnenden kategorischen Wirklichkeit wird. Damit meine ich Vorstellbarkeit!

Die Kunst liegt sowohl in der Verdichtung der einzelnen Aspekte als auch in der Berücksichtigung all der Einflussfaktoren, welche schliesslich zu einem neuen Bild führen. Und: Die Kunst basiert auf einer komplexen Vernetzung mit der jeweiligen Gegenwart, aus welcher man diese Prognose, diesen Blick in die Zukunft wagt, den Blick dorthin richtet.

Die zehn Texte mit der gemeinsamen Überschrift LERNEN nähern sich konzentrisch um einen gemeinsamen Kern und versuchen, mit dem Mittel der argumentativen Verdichtung und einer gewissen Redundanz einzelner Positionen durch den Prozess des Schreibens und (im Ergebnis als Angebot) auch des Lesens zunehmend Klarheit zu schaffen.

Es ist nie so, dass ich zu Beginn eines Textes genau wüsste, wo ich exakt lande bzw. welche inhaltlichen und assoziativen Orte ich besuchen werde. Jeder Text hat zu Beginn eine Intention, einen, wenn auch sehr vagen, Ausblick auf die inhaltliche Reise, die dann mit dem Schreiben verbunden sein wird.
Es gibt auch eine, bei weitem noch diffusere, Vorstellung dessen, was die finale Position all der Gedanken in diesem Text sein soll, besser: sein wird.

Wenn ich Schreiben mit einer Form der Reise beschreiben würde, dann ist die Konfrontation und die einkalkulierte Irritation, was ja das Wesen jeder Reise ist, der Humus, auf dem sich meine Gedanken und nachfolgend Formulierungen ergeben.

Diese zehn Texte (und dies gilt für alle Texte auf meinem Textportal BASICBOOK) suchen eine Balance zwischen assoziativem Schreiben und einer der Wissenschaftlichkeit nahen Belegbarkeit darin getroffener Aussagen.

Damit meine ich sowohl die zugrunde liegende Idee dieser Textserie LERNEN als auch die generelle Motivation meines Schreiben seit vielen Jahren: Jeder Lernprozess, schlicht lernen, ist ohne eine rege persönliche Beteiligung, ohne eine eigene Position und den individuellen Weg zwar möglich, doch dann eher ein Vorgang des Repetierens und weniger geeignet, einen wirklich neuen Beitrag zu stiften.

Wenn Lernen aus einer Position der Mitte, aus dem Verständnis der Welt als Ganzes betrachtet wird, wissend, dass man immer nur innerhalb der jeweiligen Begrenzungen das dann jeweils Beste erreichen kann, dann wird vielleicht etwas ermöglicht, was als Position und Überzeugung einen guten Schlusspunkt zu dieser Textreise setzt:

Die Schaffung von Räumen ohne eine besondere Angst vor dem Versagen und der Sorge um Sanktionen; Räume und Bühnen, die jene unterstützen, die alle in ihrer Einzigartigkeit einen Platz finden können, die damit zum Kern ihrer Talente und Fähigkeiten vordringen dürfen, ist eine gute Basis, um Lernen so zu gestalten, dass man sich darin verlieben kann. Und dann alles leichter wird.

Die drei narrativen Protagonist:innen Naveen, Novak und Mika in diesem letzten Text leben irgendwann in einer spekulativen Zukunft. Sie leben in einem mehr oder weniger angenehmen Spannungsfeld zwischen Anforderung und der Unsicherheit gegenüber ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit.

Naveen, Novak und Mika sind überzeichnete Figuren, wie auch die in deren Zeiten beschriebenen Situationen eher als provokative Fassaden gemeint sind. Es ist der Versuch, durch diese Form der Maskierung etwas klarer das herauszuarbeiten, was vielleicht werden könnte.
Keine dieser drei Geschichten ist als eine sichere Prognose dessen gemeint, dass sich die Welt generell und die Welt des Lernens so entwickeln wird.

Alle Spekulationen und Perspektiven nähren das jeweils exaktere Bild aus den Überlagerungen und Vergleichen.

Vielmehr ist es der Versuch, aus den drei Geschichten eine, wenn auch irritierende und diffundierende, Ahnung dessen zu beschreiben, was in unterschiedlichen Gewichtungen, in veränderten Ausprägungen, Wirklichkeit werden könnte.

Meine Position ist die des Beobachters. Es ist der Versuch, mit dem Verständnis und der Kenntnis der Vergangenheit und einer aufmerksamen Reflexion in der permanent schwindenden Gegenwart einen spekulativen Blick in die Zukunft zu wagen.

Wenn man akzeptiert, dass wir auch über unsere Vergangenheit ab einer gewissen zeitlichen Entfernung nur spekulieren können, wenn wir weiter akzeptieren, dass Leben und damit auch Lernen immer nur eine Form von Beta darstellen können, nie einen finalen Zustand erreichen, dann…

…dann ist es im Grunde ganz einfach und fast spielerisch.

Wir werden sehen. Und dann – hoffentlich – daraus lernen.


Für alle die gerne den ersten Teil lesen wollen: LERNEN_1 [basics]

Für alle, die gerne den zweiten Teil lesen wollen: LERNEN_2 [verwertung]

Für alle, die gerne den dritten Teil lesen wollen: LERNEN_3 [hände]

Für alle, die gerne den vierten Teil lesen wollen: LERNEN_4 [geschichte/n]

Für alle die gerne den fünften Teil lesen wollen: LERNEN_5 [prozesse]

Für alle, die gerne den sechsten Teil lesen wollen: LERNEN_6 [methoden?]

Für alle, die gerne den siebten Teil lesen wollen: LERNEN_7 [haltung!]

Für alle, die gerne den achten Teil lesen wollen: LERNEN_8 [+ KI]

Für alle, die gerne den neunten Teil lesen wollen: LERNEN_9 [vision]


Wer doch lieber auf Papier lesen möchte, findet hier das PDF. > folgt


Dieser Text entstand im Rahmen meines Forschungsprojektes mit dem Titel EDUCATION FUTURES im Sommersemester 2025. Hier die Erläuterungen zur Intention der Arbeit:

EDUCATION FUTURES

Transformation der Bildung und Anforderungen an neue Methoden.

Bildung gilt als die Währung der Zukunft und als zentraler Aspekt der verantwortlichen Gestaltung einer Welt von Morgen, deren Aufgaben exponentiell komplexer und zunehmend dynamischer werden.

Bildung generell und damit auch der Anspruch in Hochschulen orientiert sich an dem Ansatz vertikaler und inkrementeller Strukturen und der damit verbundenen Organisationen, während die Einflussfaktoren der Digitalität im Kern einer systemisch vernetzten und iterativen Logik folgen.

Wenn die gewohnten Aufgaben und Tätigkeitsfelder mit digitalen und automatisierten Routinen sowohl effizienter als auch variabler sowie die kommunikativen Anforderungen direkter erstellt werden können, dann drängt sich die Frage auf, was diese Entwicklung für das Zukunftsbild des Berufsfeldes Design und Kommunikation langfristig bedeutet.

Möglicherweise bedeutet dies, die Enge einer auf ein Fachgebiet konzentrierten Disziplinarität generell neu zu denken und Szenarien zu formulieren, in denen unterschiedliche Disziplinen agil und dynamisch ein gemeinsames Ziel zur Lösung eines Problems verfolgen.

Marvin Minski, einer der Gründerväter der Künstlichen Intelligenz, hat diesen Gedanken unter dem Begriff der Heterarchie zum Ausdruck gebracht. 
Ein Begriff, der auf einer Metaebene jede Struktur so variabel nutzt, damit ein iterativer Prozess eine hohe Qualität des Ergebnisses ermöglicht und das avisierte Ziel effizient erreicht.

Damit Bildung zu unserer Zukunft passt, brauchen wir neue Methoden, neue, auch radikale Ansätze sowie den Mut zur Spekulation und Improvisation, um den Aufgaben in unperfekten Welten gerecht zu werden.

Dies bedeutet vielleicht auch die Aufgabe grundlegender Überzeugungen, wie Wissen entsteht, wie Menschen ihr Potenzial entwickeln und wie eine inklusiv denkende Gemeinschaft zu einem kreativen Wettbewerb der besten Ideen zusammenkommt und sich von einem Maschinendenken löst, welches kreative und verantwortliche Lösungen nur mit dem Anspruch an Verdrängung und den kurzfristigen ökonomischen Erfolg verbindet.

Der zweite Teil der Forschungsarbeit bestand in der Ausarbeitung verschiedener Glossare mit dem Ziel, Methoden für die konkrete Anwendung in der Bildung nachvollziehbar zu beschreiben.

Methodenglossar_1 [kommunikation + design]
Methodenglossar_2 [innovation + workshop]
Methodenglossar_3 [debatte + diskurs]


© Carl Frech, 2025

Die Nutzung dieses Textes ist wie folgt möglich:

01 Bei Textauszügen in Ausschnitten, zum Beispiel als Zitate (unter einem Zitat verstehe ich einen Satz oder ein, maximal zwei Abschnitte), bitte immer als Quelle meinen Namen nennen. Dafür ist keine Anfrage bei mir notwendig.

02 Wenn ein Text komplett und ohne jede Form einer kommerziellen Nutzung verwendet wird, bitte immer bei mir per Mail anfragen. In der Regel antworte ich innerhalb von maximal 48 Stunden.

03 Wenn ein Text in Ausschnitten oder komplett für eine kommerzielle Nutzung verwendet werden soll, bitte in jedem Fall mit mir Kontakt (per Mail) aufnehmen. Ob in diesem Fall ein Honorar bezahlt werden muss, kann dann besprochen und geklärt werden.

Ich setze in jedem Fall auf Eure / Ihre Aufrichtigkeit.

LERNEN_9 [vision]

Carl Frech
44 min read

LERNEN_8 [+ KI]

Carl Frech
34 min read

LERNEN_7 [haltung!]

Carl Frech
32 min read